Eisenbahnrelikte

Stolberg/Rhld Hbf bis Walheim

Über die Strecke

Stolberg/Rhld Vennbahnsteig

Das Murren in der Kupferstadt Stolberg im Rheinland

Im letzten Drittel des 19. Jahrhundert forderten die ansässigen Firmen in Stolberg (Rheinland) einen Anschluss an die Eisenbahn, um ihre Güter aus dem Vichtbachtal ab zu transportieren.

Am 01.12.1867 wurde von Stolberg/Rhld. Hauptbahnhof (Km 0,0) ein 1,4 Km langes Anschlussgleis zur Glasmanufaktur "St.Gobain", heute Vereinigte Glaswerke St.Gobain, in Betrieb genommen.

Das konnte die anderen angesiedelten Betriebe (Wiliam Prym, Dalli, Stolberger Metall etc.) nicht befriedigen. Schließlich wurde durch die Rheinische Eisenbahngesellschaft das bestehende Gleis verlängert und es entstanden die Bahnhöfe Stolberg Mühlener Bahnhof (Km 2,5) und Stolberg Hammer (Km 3,8)

Am 15.09.1881 wurde diese Strecke für den Personen- und Güterverkehr frei gegeben.

Am 01.01.1886 übernahm die Königlich-Preußische Eisenbahn Verwaltung (KPEV) die Rheinische Eisenbahn Gesellschaft.
Die Eisenbahn war nun verstaatlicht.

Der Stolberger Hauptbahnhof an der Strecke Aachen-Köln wurde ausgebaut.

Da der Verkehr auf der bereits bestehenden Vennbahn von Aachen Rothe Erde zunahm, wurde nun der Streckenast vom Bahnhof Stolberg Hammer über Bahnhof Breinig (Km 8,9) nach Walheim (Km 13,0 von Stolberg) gebaut und
am 21.12.1889 dem Verkehr übergeben.

Für diesen Abschnitt mussten zwei Viadukte gebaut werden. "In der Rüst" (Stolberg) und über die Inde "Falkenbach" , gelegen am Venwegener Weg (Schlausermühle), kurz vor dem Abzweig Hahn (Km 11,2) zur Vennbahn nach Aachen.

Im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhundert, 1907 bis 1908, wurde die Strecke, im Gegensatz zur Stammstrecke Rothe Erde nach Walheim, zweigleisig ausgebaut. Die beiden Viadukte, Rüst und Falkenbach, mussten aufwendig verbreitert werden. Am 1.Oktober 1909 wurde der zweigleisige Ausbau in Betrieb genommen. 1910 bestand nun auf der gesamten Vennbahn ein Vollbahnverkehr.

Beide Viadukte wurden in den letzten Kriegstagen des 2. Weltkrieges (1944) von der Wehrmacht gesprengt und von amerikanischen Pionieren wieder repariert. Der Nachschub der Amerikaner konnte diese Strecke nutzen.

Nach der Instandsetzung der kriegsbedingten Zerstörungen wurde der Verkehr wieder aufgenommen. Güter- und Militärzüge verkehrten wieder auf ihr, wie auch Züge mit Lademaßüberschreitungen, nutzten diese Strecke.
Als 1991 der Gemmenicher Tunnel (Aachen-Montzen) mit einem dritten Gleis (Gleisverschlingung) fertig umgebaut war, entfiel ein wichtiger Grund diese Strecke in Betrieb zu halten. Die NATO stellte die Mitfinazierung der Unterhaltskosten ein. Die SNCB hatte schon 1989 den Verkehr nach Sourbrodt eingestellt.

Am 31.Mai 1991 endete der planmäßige Verkehr (Güterverkehr) auf der Strecke.

Die Pionierkonstruktionen an beiden Viadukten bestehen noch heute, jedoch eingleisig.

Der Viadukt "In der Rüst" durfte später nur noch mit Schrittgeschwindigkeit befahren werden, da ein Natursteinpfeiler, der die Stahlkonstruktion der Amerikaner trägt, verwitterte.

Im März 2011 ist der marode Stützpfeiler (Blaustein) durch eine massive Betonkonstruktion ersetzt worden.

Die Strecke wird heute bis zur Haltepunkt "Stolberg-Altstadt" (früher Stolberg-Hammer, Güter Bahnhof) von der Euregiobahn genutzt und mit dem Talent befahren. Güterverkehr besteht noch bis in den Steinbruch (Bahnschotter) Stolberg "In der Rüst" hinter dem Viadukt.

Der Zustand der nicht zurückgebauten Strecke von Stolberg-Hammer bis zur Bundesgrenze bei Aachen-Sief ist unterschiedlich. Ab Bahnhof Breinig in Richtung Walheim ist sie eher in einem schlechten Zustand.
Eisenbahnfreunde haben vom Bahnhof Walheim in Richtung Schmithof, nahe der Bundesgrenze, die Gleise freigeschnitten.

Für den nicht genutzten Teil der ehemaligen Vennbahnstrecke, Stolberg/Anschluss Rüst bis zur Bundesgrenze in Aachen Sief (nahe Bf Raeren), besteht Rückbauverbot.

Eingestellt sind Bilder einer Sonderfahrt der "EVS" (Euregio Verkehrsschienennetz) auf der ehemaligen Vennbahnstrecke zum Bahnhof Stolberg Breinig.
Die Fotos wurden mir von Ralf Roeger zur Verfügung gestellt.
"Vielen Dank lieber Ralf!"


Habe am 10.03.2011 der Strecke von Breinig bis Walheim noch einmal einen Besuch abgestattet. Vom Breiniger Bahnhof aus Richtung Falkenbachviadukt ist die Strecke freigeschnitten.

Aus sicheren Quellen wird berichtet, dass die EVS bis Breinig in den nächsten Jahren die Strecke wieder reaktivierem will.

Eine gute Nachricht!

Betriebe wie die Berzellsius Hütte in Stolberg Bernhardshammer, sowie die Kupfer- und Messing Hütte Schwermetall, in Stolberg Breiniger Berg, bemühen sich um einen Gleisanschluss.

Der Schwerlastverkehr auf der Straße könnte erheblich reduziert werden.

 

Strecken Fotos

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Ehemaliger Güterbahnhof Stolberg Hammer

Haltepunkt Stolberg/Rhld Altstadt (momentane Endstation)
Haltepunkt Stolberg/Rhld Altstadt (momentane Endstation)
Fahrdiesnstleiterstellwerk Bf Stolberg/Rhld Hammer
Fahrdiesnstleiterstellwerk Bf Stolberg/Rhld Hammer
Arbeitswagen im Bahnhof Stolberg Rhld/Hammer (alter Name)
Arbeitswagen im Bahnhof Stolberg Rhld/Hammer (alter Name)
Ausfahrt Richtung Walheim (Bf Stolberg/Rhld Hammer)
Ausfahrt Richtung Walheim (Bf Stolberg/Rhld Hammer)
Ehemaliger Güterbahnhof Stolberg/Rhld  Hammer
Ehemaliger Güterbahnhof Stolberg/Rhld Hammer







Viadukt "In der Rüst"

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Anschluss Steinbruch

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Falkenbachviadukt

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Sonderfahrt von Stolberg Hbf zum Bahnhof Breinig

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