Eisenbahnrelikte

Bf Lommersweiler Abzweig zur Eifelbahn

Bahnhof Lommersweiler Abzweig nach Pronsfeld

Ehemaliger Knotenbahnhof Pronsfeld/Eifel

Im Jahre 1889 wurde von der Strecke Rothe Erde nach Ulfingen (Lux) der Abzweig nach Prüm im Bahnhof Lommersweiler eröffnet.

Der Streckenverlauf:

An der östlichen Bahnhofsgrenze zweigte das Gleis von der eingleisigen Hauptstrecke nach Ulfingen ab. Ein Wärterstellwerk regelte den Abzweig. Direkt hinter dem Abzweig, musste eine Brücke über den Braunlauf erbaut werden, die dann gegen Ende des Krieges 1945 von der Wehrmacht gesprengt wurde. 2007 wurde auf den Fundamenten der alten Brücke, eine als Radwanderwegbrücke konzipierte neue Brücke errichtet. Nach der Braunlauf Querung verlief die Strecke gradlinig durch den Wald zum Bahnhof Steinebrück, an der Straße von St Vith nach Prüm. Der Bahnhof und seine Güteranlagen bestehen heute nicht mehr.
Nach der Abtretung der heutigen belgischen Ostkantone, 1920, an Belgien, wurde dort ein Zollamt errichtet, es steht einsam und verlassen dort.

Etwa einen Kilometer hinter dem Bahnhof Steinebrück überquerte die Eisenbahn den heutigen Grenzfluss Our und erreichte den Bahnhof Ihren, in der Gemeinde Winterspelt. Die Our bildete bis 1920 die Verwaltungsgrenze zwischen den beiden Regierungsbezirken der Rheinprovinz, Aachen und Trier, sie wurde dann Staatsgrenze.

Die Our Brücke wurde nach den Zusammenbruch der Ardennen Offensive, gegen Ende des 2. Weltkrieges, von Pionieren der Deutschen Wehrmacht gesprengt.

Im Zuge des Ausbaus des grenzüberschreitenden Radwanderweg "Ravel" Linie 46, wurde auch diese Brücke auf den alten Fundamenten neu errichtet; das Brückenlager auf deutscher Seite ist gut als Eisenbahnbrücke zu erkennen, Teile des Betongleisbett sind noch sichtbar.

Ab Bahnhof Ihren, seit 1946 Kopfbahnhof, verlief die Strecke (Einstellung des Verkehr 31.12.1965) in etwa parallel zur heutigen BAB 60 (St Vith - Prüm), durch das Ihrental über Winterscheider Mühle bis Bleialf Bahnhof. Im ehemaligen Empfangsgebäude ist heute eine Speisegaststätte.

Vor dem Bahnhof mußte ein Tunnel passiert werden, der heute als grenzüberschreitender Radweg genutzt wird. Wie die Vennbahn so wurde auch dieser Streckenast um 1916-18 zweigleisig ausgebaut und ein zweiter Tunnel errichtet. Am nord-westlichen Tunnelportal hat sich die Erbauerfirma "Grün & Bilfinger AG" aus Mannheim, in Stein verewigt. Am Kopfende ist das Jahr 1917 und die Inschrift "Bleialfer Tunnel 400m Lg." eingemeisselt.

Heute ist die neue Tunnelröhre als Radweg befahrbar, lediglich im Winter ist der Tunnel gesperrt, um den Fledermäusen ein Winterquartier zu geben. Das alte Tunnelbauwerk (2.) ist gesprengt und zugeschüttet, die bestehende Verbindung zur alten Röhre ist vermauert. Steinquader liegen vor dem Südportal verstreut. Die alte Straßenbrücke von Bleialf nach Großlangenfeld, die kurz vor dem Bahnhof liegt, wurde ebenfalls 1944 von Pionieren der Wehrmacht gesprengt, die Reste der Widerlager sind erhalten.

Die Strecke zum Bahnhof Pronsfeld verlief nach dem Personen- und Güterbahnhof Bleialf (Einstellung des Verkehr 1982, Rückbau 1987) durch das Alfbachtal über Habscheider Mühle zum Bahnhof Pronsfeld.

Der Bahnhof Pronsfeld war ein wichtiger Knotenbahnhof mit Güterverladung.

Hier zweigten die Strecken:

zum Bahnhof Prüm (Einstellung des P-Verkehr 27.05.1972) mit Anbindung nach Gerolstein, an die Eifelbahn (Düren nach Trier).

zum Bahnhof Neuerburg (Kopfbahnhof)

und zum Bahnhof Waxweiler (Kopfbahnhof) ab.

Alle Strecken sind demontiert.



 

Ein Überblick

Bf Lommersweiler/Abzweig, Braunlaufbrücke
Bf Lommersweiler/Abzweig, Braunlaufbrücke
Tunnel in Bleialf (Wintersperre) Westportal
Tunnel in Bleialf (Wintersperre) Westportal
BÜ Lommersweiler Mühle, Richtung Bf Steinebrück
BÜ Lommersweiler Mühle, Richtung Bf Steinebrück
Bahnhof Pronsfeld/Eifel 2005
Bahnhof Pronsfeld/Eifel 2005

Bahnhof Lommersweiler


Am 04. November 1889 wurde der Verkehr auf dem Abschnitt, St. Vith nach Ulfingen in Luxemburg, aufgenommen.

1888 waren zwei Tunnel (386m Richtung Reuland + 199m Richtung St Vith) fertig gestellt worden. Als die Taktfrequenz auf der bis dato eingleisigen Strecke zunahm, wurde ein zweiter Tunnel Richtung St Vith nötig. Nach Fertigstellung, 1910, war die Strecke bis Lommersweiler zweigleisig ausgebaut. Die Hauptstrecke nach Troisvierges (Lux) über Reuland blieb weiter eingleisig. Richtung Bleialf (Westeifelbahn) wurde um 1912 das zweite Gleis in Betrieb genommen.

Der Bahnhof hatte kein repräsentatives Empfangsgebäude, lediglich eine Dienstbaracke und ein Beamtenwohnhaus (heute Privatbesitz) waren vorhanden.

Lommersweiler war ein Personen- und Güterbahnhof (Trennungsbahnhof) mit Drehscheibe und Wasserkran.

Drei Jahre hielten hier anfangs nur Züge zu einem Betriebshalt. Streitigkeiten zwischen der Eisenbahnverwaltung und der Gemeinde Lommersweiler, wegen der Zuwegung, "wer bezahlt?", beendete die Aachener Bezirksregierung. Die Bahnverwaltung musste zahlen.

Somit konnten am, 08. April 1892 Personen den Bahnhof nutzen und Güter verladen werden.

Gegen Ende des zweiten Weltkrieges, 1944/45, und nach Zerstörung des Tunnel und Ourtalviadukt in Hemmeres, wurde der Verkehr Richtung Luxemburg, nicht mehr aufgenommen. Auch Braunlaufbrücke am östlichen Bahnhofsende und die Ourbrücke an der Grenze zu Deutschland (Ihren) waren zerstört, so dass auch ein Verkehr nach Deutschland nicht mehr möglich war.

Lommersweiler wurde, der Kriegsschäden wegen, zum Kopfbahnhof.

1952 wurde der Verkehr auf der Strecke nach St Vith eingestellt und 1960 demontiert.

Erstaunlicher Weise ist der unterirdische Zugang zu den einzelnen Bahnsteigen noch in einem recht gutem Zustand und begehbar. Teile der Laderampe sind noch vorhanden. Der Rest der Bahnhofsanlagen sind gründlich beseitigt.

Der Verkehr wurde über zwei Stellwerke abgewickelt, leider ist von ihnen, bis auf die Bodenplatte des Stellwerkes am Abzweig, nichts mehr vorhanden.

Viele Jahre waren die beiden Tunnelportale in Richtung St Vith verschlossen. Durch den Radwanderweg "RAVel" (Réseau Autonome de Voies Lentes) , zu deutsch: unabhängiges Netz langsamer Wege, mit der Linienbezeichnung 46 und 48,
wurde eine Tunnelröhre geöffnet. Die zweite Röhre bleibt verschlossen und dient den Fledermäusen permanent als Quartier.


Abzweig-Bahnhof Lommersweiler

Klicken Sie hier, um zur Galerie zu gelangen.




Die Tunnelbauwerke

Klicken Sie hier, um zur Galerie zu gelangen.




Lommersweiler bis zur Ourbrücke

Klicken Sie hier, um zur Galerie zu gelangen.

Tunnel Bleialf und Bahnhof Pronsfeld

Klicken Sie hier, um zur Galerie zu gelangen.




Besucher der Seite: Abzweig zur Eifelbahn

00000431